Grüne Architektur beim UPDATE NACHHALTIGKEIT
Essenz: Grüne Architektur verkettet Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und urbane Biodiversität zu konkreten Bauentscheidungen. UPDATE NACHHALTIGKEIT 2.0 stellt Projekte, Technologien und Förderwege vor, die Planende, Bauherrschaften und Kommunen sofort anwenden können.
Ziele, Formate und thematische Schwerpunkte
Ziel der Präsentationen ist die Verbindung von Nachvollziehbarkeit und Praxisrelevanz. Gezeigt werden Lösungsräume für Gebäudebestand und Neubau, realisierte Pilotprojekte, Messdaten sowie politische Rahmenbedingungen wie das Gebäudeenergiegesetz von 2020 und Förderrichtlinien der KfW sowie der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG, seit 2021). Formate umfassen Themenpavillons, Materialbibliotheken und Modellbauten. Themenpavillons bündeln Forschung und Handwerk; Materialbibliotheken machen Embodied Carbon sowie Wiederverwendbarkeit sichtbar; Modellbauten demonstrieren bauphysikalische Details und montagegerechte Lösungen.
Energieeffizienz und das Passivhausprinzip sind zentrale Argumente. Das Passivhaus Institut in Darmstadt prägt bis heute Normen und Messmethoden, etwa die Grenze für Raumwärmebedarf von rund 15 kWh/m²a und eine spezifische Heizlast unter 10 W/m² für klassische Passivhäuser. Kreislaufwirtschaft im Bau setzt auf Rückbaukonzepte, stoffliche Wiederverwendung und modulare Gebäude. Gebäudebegrünung erhöht Retentionsvolumen, senkt sommerliche Oberflächentemperaturen und fördert städtische Biodiversität; Beispiele aus Freiburg und Berlin zeigen messbare Temperatur- und Artenzuwächse. Innenraumkonzepte mit schadstoffarmen Materialien, mechanischer Lüftung mit Wärmerückgewinnung und gezielter Tageslichtführung verbessern Gesundheit und Produktivität.
Innerhalb des Programms sind technische Benchmarks, regulatorische Vorgaben und Förderoptionen transparent dargestellt. Unten stehende Übersicht fasst relevante Kennzahlen und Förderpfade zusammen.
| Kennzahl oder Instrument | Typischer Wert oder Beispiel | Bedeutung für Planung | Förder- oder Prüfinstanz |
|---|---|---|---|
| Raumwärmebedarf Passivhaus | ≤ 15 kWh/(m²·a) | Reduktion Heizenergie, kompakter Wärmeschutz | Passivhaus Institut Darmstadt |
| Spezifische Heizlast | ≤ 10 W/m² | Nachweis begrenzter Wärmeverluste | Physikalische Nachweise, EnEV/GEG-Referenz |
| Primärenergieanforderung GEG | Referenzwerte je Gebäudetyp | Gesamtenergie und CO2-Bilanz | Bauordnungen, Energieausweis |
| Recyclingquoten Baustoffe | Ziel 70% rezyklierbare Fraktionen | Materialkreislauf, Abfallvermeidung | Kommunale Vorgaben, Recyclinghöfe |
| Begrünungsmaßnahmen | extensive: 50–150 mm Substrat | Regenwasserretention, Lebensraum | Landschaftsplanung, Stadtgrün-Förderung |
| KfW-Effizienzhaus 55/40 | 55%/40% des Referenz-Primärenergiebedarfs | Zinsvergünstigung, Tilgungszuschuss | KfW-Bank |
| Typische CO2-Bindung Holzbau | 10–50 kg CO2/m² Wohnfläche gespeichert | Klimagutschrift innerhalb Lebenszyklus | EPDs, DGNB-Richtwerte |
Interaktive Formate, Vorträge und Diskurs
Praktische Lernfelder entstehen durch Hands-on-Workshops, Mitmachstationen für Schadstoffmessungen, sowie VR-Installationen zur bauphysikalischen Visualisierung. Vorträge und Symposien bringen Wissenschaft, Bauwirtschaft und Kommunen an einen Tisch. Beispiele: Vortrag zu thermografischer Diagnostik mit Live-Messung; Panel mit Vertreterinnen von KfW, Passivhaus Institut und kommunaler Bauaufsicht zur Förderbarkeit. Solche Angebote dienen der Qualifizierung und dem Diskurs über Umsetzbarkeit in unterschiedlichen Siedlungsstrukturen.
Besuchsvorbereitung, Bewertung und Umsetzung

Vorbereitung erhöht den Nutzen: Ziele setzen, konkrete Fragen an Aussteller formulieren und Prioritäten festlegen. Wichtig sind Besuche von Führungen und vertiefende Gespräche mit Herstellenden sowie das Sammeln von Messdaten und Materialproben im Rahmen von Dokumentation. Bewertung von Exponaten stützt sich auf Kriterien wie Energiekennzahlen, Lebenszykluskosten, Reparierbarkeit und Regionalität der Materialien. Netzwerkmöglichkeiten vor Ort verbinden Planende mit Herstellenden, Forschung und Förderstellen. Notizen, Fotos und kurze Zusammenfassungen direkt nach Gesprächen erleichtern spätere Übertragungen in Bauprojekte.
Förderprogramme und Praxisförderung sind oft gestaltbar. Förderpfade der KfW, BEG und regionale Programme der Länder oder Kommunen unterstützen Effizienzmaßnahmen, Wärmepumpeninstallationen und energetische Sanierungen. Konkrete Umsetzungsidee: aus einer Materialbibliothek eine Spezifikationsliste mit EPD-gestützten Werten erstellen und diese als Anhang in Ausschreibungen einbinden. Kontinuierliches Lernen erfolgt über weiterführende Publikationen, Fachaustausch und Teilnahme an Netzwerken wie DGNB oder BDA-Fachgruppen.
Barrierefreiheit und Inklusion sind integrale Bestandteile: Beschilderung in einfacher Sprache, taktile Modelle, barrierefreie Zugänge und Übersetzungsangebote für Fachvorträge erhöhen Teilhabe. Nachhaltige Anreise wird empfohlen: ÖPNV, Fahrradstellplätze und Kooperationen mit regionalen Caterern, die auf lokale Bio-Verpflegung setzen, reduzieren CO2-Fußabdruck und Abfall. Praktisch umsetzbare Verhaltensregeln sind Mülltrennung an Ständen und digital verfügbare Messeunterlagen statt gedruckter Broschüren.
Wie Festivals wie UPDATE NACHHALTIGKEIT wirken: Sie schaffen Sichtbarkeit für gute Praxis, katalysieren Kooperationen und beschleunigen Markteintritt nachhaltiger Produkte. Dokumentierte Fallbeispiele aus früheren Durchläufen veranschaulichen gelungene Sanierungsfahrpläne, modulare Aufstockungen und erfolgreiche öffentliche Beschaffungen. Für Familien, Studierende und Fachpublikum gibt es speziell zugeschnittene Formate: familienfreundliche Baustellenführungen, studentische Wettbewerbe und vertiefende Seminare mit Zertifikaten für berufliche Weiterbildung.
Praktische Tipps für den Besuch: Termine für Führungen frühzeitig buchen, Wunschkontakte vorab anfragen, technische Spezifikationen in digitalen Formaten exportieren und Förderberatung am Stand in Anspruch nehmen. Das Ziel bleibt klar: konkrete, übertragbare Maßnahmen aus der Ausstellung in reale Bauprojekte zu bringen und so die neue Baukultur in Stadt und Land zu verankern.